40 Jahre Verkehrsverein Borgholzhausen und PIUMER Weinfest 2026 – Genuss, Musik und Sommerabend im Steinbruch
Als der Verkehrsverein am 21. Januar 1986 gegründet wurde, trugen viele von uns noch Frisuren, die heute vermutlich unter Denkmalschutz stehen würden. Mobiltelefone hatten ungefähr das Format eines Ziegelsteins, das Internet war reine Zukunftsmusik und wer ein Foto machte, musste hinterher tatsächlich noch einen Film entwickeln lassen.
Und trotzdem hatten die Gründerinnen und Gründer – 76 engagierte Piumer, allen voran Rolf Singenstroth – schon damals eine Erkenntnis, die bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat:
Eine Stadt lebt nicht von Straßen, Häusern oder Ortsschildern.
Eine Stadt lebt von Menschen, die sich kümmern.
Genau das tut der Verkehrsverein seit mittlerweile vier Jahrzehnten.
Wenn man Außenstehenden erzählt, man sei Mitglied eines Verkehrsvereins, bekommt man manchmal interessante Fragen:
„Regelt ihr die Ampelschaltungen?“
„Plant ihr Umleitungen?“
„Seid ihr für die Schlaglöcher zuständig?“
Nein. Zum Glück nicht.
Der Verkehrsverein kümmert sich um etwas viel Wichtigeres.
Er sorgt dafür, dass Menschen gerne nach Borgholzhausen kommen.
Und noch wichtiger:
Er sorgt dafür, dass die Menschen, die hier leben, immer wieder merken, wie schön ihre Heimat eigentlich ist.
40 Jahre Vereinsgeschichte – das sind aber nicht einfach nur vier Jahrzehnte.
- Das sind tausende Stunden Sitzungen.
- Unzählige Telefonate.
- Ideen, die auf Bierdeckeln entstanden sind.
- Rettungsaktionen kurz vor Veranstaltungsbeginn.
Und vermutlich einige graue Haare mehr bei den Verantwortlichen.
Die erste eigene Veranstaltung des Verkehrsvereins war das Sommerfest auf Schloss Brincke.
Ein Familienfest mit Musik, Kinderprogramm und guter Stimmung.
Damals noch ganz ohne Foodtrucks, Selfie-Spots, Fotoboxen oder Instagram.
Die Besucher mussten sich tatsächlich noch persönlich unterhalten.
Und man hört, sie hatten trotzdem einen wunderschönen Tag.
Ein Jahr später entstand eine Idee, die bis heute nachwirkt:
das Köhlerfest.
Rolf Singenstroth brachte die Idee aus dem Sauerland mit. Und weil die Piumer bekanntlich nicht lange fackeln, hieß es einfach:
„Dann machen wir eben auch eins!“
Und was damals niemand ahnen konnte:
Zum 3. Köhlerfest 1993 versuchte man sich erstmals an einem plattdeutschen Theaterstück mit dem Namen „Dat Luid in Bücksen“ und damit war das Piumer Bauerntheater geboren, das sich schnell zu einem eigenständigen Verein entwickelte und bis heute eine feste Größe weit über unsere Stadtgrenzen hinaus ist.
Und vermutlich einer der wenigen Orte, an denen man auch dann herzlich lacht, wenn man, nur jedes dritte – plattdeutsche Wort versteht.
Auch der Steinbruch entwickelte sich zu einem ganz besonderen Ort.
Dort entstand zwischen 1993 und 1995 die Freilicht- und Naturbühne – heute ein kultureller Mittelpunkt unserer Stadt. Dort wurde schon nach ABBA getanzt, mit Romeo und Julia gelitten und mit Elvis durch die Nacht gefeuert.
Doch Borgholzhausen hatte auch schon vor der Vereinsgründung etwas, worauf viele Städte neidisch blickten:
Unseren Weihnachtsmarkt.
Bereits 1977 von engagierten Geschäftsleuten ins Leben gerufen, wurde die Arbeitsgruppe später Teil des Verkehrsvereins.
Heute gehört der Adventszauber für viele genauso selbstverständlich zum Jahresende wie Plätzchen und Glühwein.
Wenn rund um die Kirche die Lichter leuchten, bekannte Gesichter sich begegnen und der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln durch die Straßen zieht, dann spürt man genau das, wofür unser Verkehrsverein seit 40 Jahren steht:
Heimatgefühl, aber Heimat entsteht nicht von allein.
Und da hat Borgholzhausen eine besondere Eigenschaft.
Man kennt sich, oder zumindest kennt man jemanden, der jemanden kennt.
Diese Nähe ist eine große Stärke unserer Stadt. Denn Heimat entsteht nicht automatisch, Heimat entsteht dort, wo Menschen Begegnungen schaffen.
Und genau das gelingt dem Verkehrsverein immer wieder aufs Neue.
Wer erleben möchte, was das bedeutet, muss nur am 2. Septemberwochenende durch unsere Innenstadt schlendern.
Dann gehört die Bühne einer ganz besonderen Hauptdarstellerin:
Der Kartoffel.
Der erste Kartoffelmarkt fand 1988 auf einer Wiese am Moor statt.
Und weil wir nun einmal in Ostwestfalen sind, regnete es natürlich in Strömen.
Die Organisatoren mussten Stroh auslegen, damit die Besucher überhaupt trockenen Fußes aufs Gelände kamen.
Viele hätten nach so einem Start aufgegeben.
Der Verkehrsverein nicht. Er machte einfach weiter.
Und so dreht sich seit mehr als drei Jahrzehnten beim Kartoffelmarkt alles um die Knolle.
Und Hand aufs Herz:
Welcher andere Ort schafft es, eine Kartoffel zum Star eines ganzen Wochenendes zu machen?
Da wird geschält, gekocht, geraten, probiert und gefeiert.
Und natürlich beweisen die Piumer jedes Jahr aufs Neue, das man über Kartoffeln genauso leidenschaftlich diskutieren kann, wie über Fußball.
Und während Influencer heute ständig neue Trends erfinden, wusste man in Borgholzhausen schon immer:
Eine gute Kartoffel braucht keinen Filter.
Seit 1998 repräsentiert außerdem auch das Piumer Trachtenpaar unsere Region. Mit Stolz, Charme und einer beeindruckenden Ausdauer vertreten unsere Trachtenträgerinnen und Trachtenträger Borgholzhausen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Und wer einmal gesehen hat, wie oft sie für Fotos posieren dürfen, weiß:
Das ist fast schon Leistungssport.
Im Jahre 2000 übernahm der Verkehrsverein den Steinbruch und seit 2003 findet dort alljährlich die Sommerakademie statt. Anfangs unter der Führung von Günter Schlömann, seit einigen Jahren zuverlässig in den Händen von Elfriede Schildmann.
-Wie viele Menschen haben dort neue Talente entdeckt,
– einen Malkurs besucht,
– einen Kurs besucht, weil man dachte: Das wollte ich immer schon mal machen
oder festgestellt, dass sie viel kreativer sind, als sie selbst geglaubt haben.
Die Sommerakademie zeigt, dass Kultur und Bildung nicht nur in großen Städten stattfinden.
Sie gehören genauso nach Borgholzhausen.
Auch der Adventskalender gehört inzwischen fest zu unserem Jahresprogramm.
Er lässt jedes Jahr hunderte Kinderaugen leuchten und wird seit vielen Jahren großzügig von unseren Geschäfts- und Gewerbetreibenden unterstützt.
Das ist alles andere als selbstverständlich.
Und weil Tradition niemals stillsteht, kam 2022 noch das Maifest*ival mit dem traditionellen Maibaumaufstellen dazu, was mittlerweile auch fest im Jahresprogramm des Verkehrsvereins verankert ist.
Es ist jedes Mal wieder beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen mit anpacken, angefangen bei den Kindern der Violenbachschule, die den Baum jedes Jahr wunderschön bemalen oder der Umzug durch die Stadt.
Und jedes Jahr beweisen die Beteiligten wieder aufs Neue, dass man einen Baum aufstellen kann, ohne dass YouTube-Tutorials oder Spezialkräne nötig sind.
Es reicht echter Piumer Gemeinschaftssinn.
Und manchmal erinnert er sogar die Piumer selbst daran, wie schön ihre Heimat eigentlich ist.
Natürlich gab es in vierzig Jahren auch Projekte und Ideen, die irgendwann wieder verschwunden sind.
Aber auch das gehört dazu.
Wer Neues ausprobiert, kann nicht nur Erfolge sammeln. Sondern auch Erfahrungen.
Und manchmal kommt eine gute Idee viele Jahre später wieder zurück.
Vierzig Jahre Vereinsgeschichte bedeuten aber vor allem:
Vierzig Jahre Ehrenamt.
Und wer schon einmal ehrenamtlich gearbeitet hat, weiß:
Die eigentliche Veranstaltung beginnt lange vor der Veranstaltung.
Wer hat den Schlüssel?
Wer bringt die Tische?
Wo sind die Kabel?
Wo ist die Kasse?
Und warum weiß niemand, wo die Kasse ist?
Erstaunlicherweise klappt am Ende trotzdem alles.
Nicht, weil immer alles perfekt geplant wäre, sondern weil Menschen zusammenhalten und Verantwortung übernehmen.
Das ist die stille Kraft des Ehrenamtes
Wir feiern nicht nur einen Verein. Wir feiern vor allen Dingen die Menschen dahinter,
diejenigen die Plakate aufhängen, die Protokolle schreiben, die Kuchen backen, Kaffee kochen, die anpacken, während andere noch überlegen. Viele dieser Tätigkeiten sieht man kaum. Niemand bekommt dafür Applaus auf offener Straße.
Aber ohne diese Menschen
- gäbe es keinen Kartoffelmarkt
- keinen Adventszauber
- keine Sommerakademie
- kein Adventskalender
- kein Maifest*ival.
- und auch nicht dieses Jubiläum
Und deshalb ist dieses Jubiläum vor allem ein Dankeschön. Ein Dankeschön an alle, die Verantwortung übernommen haben und immer noch übernehmen. An alle Vorsitzenden, vergangene, jetzige und zukünftige. An alle Vereinsmitglieder,
allen Helfer und Helferinnen und
natürlich allen Familien, die dahinterstehen und mittragen, wenn wieder einmal ein Termin eine Sitzung oder eine Veranstaltung ansteht.
Heute denken wir aber auch an diejenigen, die den Verkehrsverein aufgebaut haben und nicht mehr unter uns sind. Ihr Einsatz wirkt bis heute nach. Viele Dinge, die wir heute für selbstverständlich halten, sind ihr Vermächtnis.
40 Jahre Verkehrsverein bedeuten 14.610 Tage Einsatz für Borgholzhausen.
14.610 Tage voller Ideen, voller Begegnungen, voller Gemeinschaft.
Aber das Wichtigste lässt sich nicht in Tagen zählen.
Es ist der Zusammenhalt.
Es ist das selbstverständliche Miteinander.
Es ist dieser Satz, den man in Borgholzhausen immer wieder hört, wenn Hilfe gebraucht wird:
„Wir machen das.“
Und genau dieser Zusammenhalt macht Borgholzhausen zu dem Ort, den wir so gerne unsere Heimat nennen.
Lasst uns auch in Zukunft mit Zuversicht nach vorne schauen. Denn solange es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen, Ideen haben und gemeinsam anpacken, wird der Verkehrsverein auch in Zukunft das bleiben, was er seit vier Jahrzehnten ist:
Ein Herzstück des gesellschaftlichen Lebens in Borgholzhausen
Und wer jetzt noch oder jetzt erst recht Lust auf Ehrenamt hat, der ist herzlich Willkommen unter
mailto: martina.frehsmann-pryce@verkehrsverein-borgholzhausen.de
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